Wohnmobil roadtrip nach Frankreich

Wohnmobil roadtrip nach Frankreich

Blog zum Roadtrip mit dem Wohnmobil von München nach Frankreich

Tag 1.

Abfahrt um 6:00, ohne Stau vorbei an Frankfurt und Köln, über die Niederlande und Belgien, wobei bei Brüssel dann der Stau begann (war wohl schon wieder der Berufsverkehr). Kaum überquert man die Grenze zu Frankreich, werden die Straßen holpriger. Unterwegs haben wir uns telefonisch schon einen Stellplatz für unser Wohnmobil in Dünkirchen (Dunkerque) an der Nordseeküste in Frankreich gesichert. Der Campingplatz heißt Camping Unicorn (oder La Licorne) und ist mit direktem Strandzugang, der über ein Nummernschloss gesichert ist. 

Gleich das WohMo geparkt und ab zu den rauen Wellen, die durch den stürmischen Wind fast aggressiv wirken. 

Am Strand hat man einen tollen Blick zum Hafen von Dünkirchen, den wir am nächsten Tag in der Früh mit dem Roller besuchen wollen.

Tag 2.

Gefrühstückt, Roller gesattelt und ab in die Stadt und den Hafen. Wichtig ist, dass man in Frankreich beim Rollerfahren natürlich einen Helm tragen muss (Check), eine Warnweste oder irgendetwas, das reflektiert (Check) und Handschuhe (?), das haben wir auf dem Weg nach Frankreich bei ADAC gelesen und haben uns in Düren noch schnell 2 paar gekauft. Gute Idee, denn der Wind ist sehr eisig!

Zurück am Campingplatz, nachdem der Hafen sehr unübersichtlich und schwer erreichbar war, gehts weiter Richtung Westen, nächster Halt: Campingplatz Les Prés de la Mer. Von dort aus wurde uns empfohlen, an die Küste zu fahren (riesige steinige Klippen) und in das kleine Dörfchen namens Veules-les-Roses, welche wir super mit dem Roller erreichen konnten. Die Stadt ist ein echter Geheimtipp, der wohl „Plus Petit Fleuve de la France“ names Veule, zieht sich durch das Dörfchen und alles ist sehr romantisch, ja schon fast kitschig. Für einen Bummel sehr zu empfehlen, auch von dort aus kann man die wunderschönen Klippen betrachten.

Tag 3.

Der Wecker klingelt wieder um 7:00, sodass wir wieder pünktlich los starten können, denn heute haben wir wieder viel vor.

Der Campingplatz- Rezeptionist meinte nämlich, dass man unbedingt nach Fécamp fahren muss, um die Benediktiner Abtei und die dazugehörige Destillerie zu besuchen, was wir uns aber dann doch gespart haben, da wir beide nicht die großen Kräuterlikör- Kenner sind, und uns 20€ für 15 min Führung und anschließender Verkostung dann doch zu viel waren (wir mussten ja noch Autofahren :-), der andere Tipp war, nach Étretat zu fahren, dort gibt es krasse Felsen (die ausschauen wie Elefantenrüssel). Die Kreidefelsen wurden durch Wind, Wetter und Wasser so geformt, dass sich ein Loch gebildet hat. Wahnsinniges Naturschauspiel!
Wir sind also zuerst mal nur dorthin gefahren. Ganz in der Nähe gibt es einen Parkplatz, der extra für Camper bestimmt ist. Man muss dann 3,50€ für 5 Stunden zahlen und noch ein paar Minuten dorthin gehen, aber das ist es absolut wert!
Nach einem kleinen Fußmarsch sind wir angekommen. Man steht dann über 100m über dem Meer und schaut zu, wie das Wasser an die Klippen prasst und die geformten Löcher umspült. WAHNSINN

Nachdem wir viele Fotos geschossen und durch den Marsch ebensoviele Kalorien verbrannt haben, gehts wieder bergab zu unserem WohMo und die Reise geht weiter. 

nächstes Ziel: Le Havre. Das haben wir leider nicht erreicht, weil es sehr kompliziert war, in die Stadt hineinzukommen und es sich wohl auch nicht so rentiert. Die Stadt ist zwar als UNESCO Welterbe ausgezeichnet, muss aber sehr kahl und von Brutalismus gezeichnet sein (aber nicht brutal, so wie wir es kennen, sondern vom französischen „brute“, das soviel wie roh bedeutet.)

Wir fahren also weiter über die riesige „Pont de Normandie“, was allein schon ein Abenteuer ist (Vorsicht, man kann die 6,30€ nur in Münzen bezahlen!), denn man fährt über die in das Meer mündende Seine. Und wir landen in Honfleur

Wir suchen uns einen Campingplatz (die gratis mit Strom sind leider schon alle belegt) und stellen uns auf einen Stellplatz, an dem es nur Strom gibt, aber mehr brauchen wir ja nicht. Das denken sich wohl mehrere, denn der Platz ist sehr dicht besiedelt, am Abend parken noch mehrere kreuz und quer und mittendrin.

Honfleur ist eine reine Augenweide! Eine tolle kleine französische Stadt mit Hafenbecken, viele kleinen Bistrots, Boulangerien, Brasserieren und allem, was das kulinarische Herz begehrt.

Am Abend gehen wir in ein kleines Restaurant, eines von denen, wo sich ein Lokal mit Michelinstern an das nächste reiht. Das Menu war super lecker, der Cidre noch gewöhnungsbedürftig.

Auf dem Nachhauseweg haben wir noch die Blaue Stunde genutzt, um das Hafenbecken und die Schifferboote bei Nacht zu fotografieren- Romantique.

Tag 4.

Auf dem Weg nach Biville, um die Dünen zu erkunden, und den vergessenen englischen Panzer zu suchen.

Den Panzer haben wir leider nicht gefunden, die Dünen nehmen einen Platz von ca 280 Fußballfeldern ein, worin sich wahrscheinlich 6 Panzer verstecken. Nach ausgiebiger Suche und Wanderung in den Dünen und Bombenkratern bleibt unsre Suche erfolglos und wir müssen uns mit den am Strand befindenden Schutzbunkern aus dem 2. Weltkrieg zufrieden geben.

Weiter geht’s nach Le Mont Saint Michel, wo wir unterwegs schon einen Stellplatz auf einem Campingplatz ganz in der Nähe des Klosters reserviert haben. (Camping Saint- Michel)

Angekommen am Campingplatz meint die Dame an der Rezeption, dass wir uns Geld sparen würden, wenn wir nicht im Voraus reservieren würden, sondern einfach hinfahren und fragen, ob es einen Platz gibt- jetzt in der Nebensaison so gut wie immer. Wenn man nämlich davor im Internet reserviert zahlt man ca 5€ Reservierungsgebühr.

Am Abend setzen wir uns noch auf den Roller und machen uns auf dem Weg zur Klosterinsel Le Mont Saint Michel, um die Eindrücke aufzunehmen, wenn keine Besucher mehr da sind und man das Kloster bei Dunkelheit und Beleuchtung betrachten kann. Der Parkplatz kostet aber nach wie vor, denn auf der Insel gibt es auch Restaurants und Hotels. Es gibt kostenlose Shuttlebusse, was wir aber erst erfahren haben, als wir zu Fuß ca. 45Minunten unterwegs waren. Zurück nehmen wir dann den Shuttlebus zurück zu unsrem Roller. 

Tag 5.

Der Wecker klingelt um 7:00, wir machen uns bereit für einen weiteren Tag, an dem wir viel erleben werden. Wir machen also unser WohMo bereit und starten so, dass wir um 9:00 am Parkplatz sind. (Parkplatz 8 ist extra für Wohnmobile und kostet ca 12€). Der Plan war, schon früher als der Ansturm da zu sein, dass wir uns in den engen Gässchen noch frei bewegen können. (Das Kloster öffnet erst um 9.30)

Falsch gedacht, die Massen strömten schon auf die kleine Insel, alle 5 Minuten geht ein Shuttlebus, der die Ersten hinfährt und die Nächsten wieder zurück zum Parkplatz transportiert.

Das Kloster ist absolut faszinierend! Wir zahlen nur 1x Eintritt, weil EU-Bürger unter 25Jahren kostenlos sind, und nehmen uns 2 Audioguides (absolut zu empfehlen, weil die Räume doch alle eher ähnlich aussehen und man so zumindest erahnen kann, was sich dort für unterschiedliche Ereignisse abgespielt haben). 

Nach ungefähr 1,5 Stunden verlassen wir wieder das Kloster und trauen unsren Augen nicht. In den Gassen wird gedrängt und Massen an Menschen schieben sich gegenseitig vor und zurück, wir gehen dann zum Shuttlebus, der uns Richtung Parkplatz fährt, was sich wohl schon mehrere gedacht haben. Noch mehr ist natürlich auf der anderen Seite los, wo die Touris erst ankommen. Zurück am Parkplatz geht die Schlange für die Busse wahrscheinlich 200m, wahnsinn, da hatten wir doch nochmal Glück.

Es geht weiter Richtung Côte de Granit Rose, diesmal ohne Stellplatzreservierung. Kein Problem, wir bekommen gleich auf einem wunderschönen Campingplatz (Le Ranolien) einen Stellplatz. Zuerst fahren wir mit unsrem Rollen tanken und einkaufen, dann fängt es an zu regnen. Dieses Ziel haben wir aber nur wegen der faszinierenden roten Felsen und dem romantischen Leuchtturm gewählt, also beißen wir in den sauren Apfel und machen uns mit dem Roller auf den Weg dorthin, der Regen wird immer stärker, mit den Bildern sind wir leider nur semi-zufrieden.

Tag 6.

Nachdem wir ausgeschlafen haben, machen wir uns wieder auf den Weg zu unsrem Fotospot von gestern, die Sonne scheint und wir wollen es nochmal versuchen, mit Erfolg

Es geht weiter nach Brest.

Angekommen suchen wir gleich nach einem Campingplatz, der zwischen dem Zentrum der Stadt und dem Leuchtturm Le Petit Minou liegt, leider macht der erst um 14:00 auf, also machen wir uns gleich auf den Weg zum Leuchtturm. Der Ausflug hat sich absolut gelohnt, der Leuchtturm steht im Atlantischen Ozean, umspült von schroffen Wellen, die an die Klippen peitschen. Ein paar Surfer versuchen, die Wellen zu reiten, was ein wunderschöner und total cooler Eindruck ist. 

Die Fotos sind auch ziemlich gelungen und der Anblick an sich war einfach atemberaubend! 

Nachdem wir beschlossen hatten, den Campingplatz nicht noch einmal anzufahren, weil Brest wohl eher grau und trist ist, mit Betonblöcken und grauen Fassaden, gehts gleich weiter zum nächsten Ziel.

Paimpont, wo sich der Zauberwald rund um Merlins Grab und den Sagen von König Artus und der Tafelrunde dreht. Die Rezeption des Camingplatzes hat leider nur von 8:30-12:00 geöffnet, der Stellplatz daneben ist ohne Strom und Toiletten, also wirklich nur ein Stellplatz, also suchen wir uns einen, ein bisschen außerhalb, wo wir die Nacht verbringen.

Tag 7.

Ausgeschlafen gehts auf zum Campingplatz, den wir gestern schon anfahren wollten. Überrascht, dass wir so früh schon kommen und uns nicht gestern Abend noch ein Plätzchen gesucht haben, geben uns die Madame und der Monsieur an der Rezeption Tipps, was wir unbedingt besuchen müssen und welche tollen Ausblicke wir wo genießen können.

Mit dem Roller gehts dann gleich auf zum Zauberwald, um Merlins Grab und den Brunnen der ewigen Jugend zu suchen. Von der Quelle muss man wohl trinken, um ewig jugendlich zu bleiben.  Der Wald war leider wenig bezaubernd, der Brunnen erinnert an einen Tümpel, von dem man lieber nicht trinken möchte und das Grab Merlins sind 2 eher mickrige Steinen, an denen wir erstmal vorbeigelaufen sind. Es gibt einen kleinen Platz, an dem die Besucher des Waldes Steine türmen, was ganz nett aussieht. An sich nur ein nettes Plätzchen zum spazieren gehen.

Weiter gehts zur 1000 jährigen Eiche, worüber behauptet wird, dass in den Stamm 10 Menschen passen und sich während der französischen Revolution ein Priester versteckt habe. Der Eingang war von Spinnennetzen überzogen und so wurde er wohl verschont. Dann suchen wir die Fontaine de Barenton. Auch ein hübsches Wäldchen, die Fontaine auch eher enttäuschend.

Wir hocken und also wieder auf den Roller und weiter gehts zum l’Arbre d’Or, der goldene Baum, der zur Erinnerung an den Waldbrand in den 90er Jahren von einem Künstler konstruiert wurde, der Wasserfall davor ist ziemlich hübsch. Man könnte dann noch weiter gehen ins Val sans Retour, das Tal ohne Rückkehr, aber das machen wir nicht.

Wir fahren weiter zum Schloss Trécesson, ein kleines Wasserschloss, das sehr malerisch aussieht, welches man aber leider nicht von innen betrachten kann, also gibts nur Bilder von außen.

Wieder zurück am Wohnmobil relaxen wir ein wenig, verarbeiten diese naja… interessanten Eindrücke und gehen am Abend Essen, in der schönen Altstadt von Paimpont, die wir in 10 Gehminuten vom Campingplatz aus erreichen.

Tag 8.

Heute besuchen wir die Megalithen, die vom Megalithenvolk aufgestellt wurden und wohl für die Fruchtbarkeit stehen. (Man muss seinen Unterleib daran reiben), der Park ist ganz schön angelegt, ob man was dafür zahlen muss, wissen wir nicht so ganz, wir waren so früh dran, da war l’Accueil noch garnicht besetzt. Aber schön anzuschauen waren sie schon. 

Weiter gehts Richtung Straßburg und somit schlagen wir schon den Heimweg ein.

Tag 9.

Wir parken unser WohMo außerhalb von Straßburg, in Kehl, weil wir gehört haben, dass die Einbruchsrate in Straßburg sehr hoch sein soll, und einem gerne mal das Auto ausgeraubt wird. Somit fahren wir einfach mit dem Roller in die Stadt, damit sind wir eh viel mobiler und können bis vor den Münster fahren. Die Architektur und das Gebäude an sich sind sehr beeindruckend und es gibt viele kleine Einzelheiten zu sehen. Danach flanieren wir ein wenig durch die Innnenstadt, durch la petite France, über viele kleine Brücken und wunderschönen Gebäuden vorbei. 

Um unseren Trip abzurunden entscheiden wir uns für eine Bootsfahrt über Batorama, sehr zu empfehlen, weil man so die Stadt einfach von Wasser aus sieht und man sich den Audioguide einfach auf seine Sprache stellen kann.

Danach parken wir wieder unsren Roller auf der Hebebühne am Wohnmobil, und auf geht’s über Stuttgart zurück in die geliebte Heimat.


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